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Überraschende Erkenntnisse aus einer Langzeitstudie mit Darmkrebs-Patienten

Schlüssellochchirurgie nicht immer die bessere Wahl

Die moderne Schlüssellochchirurgie ist nicht in jedem Fall die bessere Alternative zur herkömmlichen Operation: Gerade bei Darmkrebs tun Ärzte dem Patienten mit einem minimal-invasiven Eingriff nicht unbedingt etwas Gutes. Das ist eine der wichtigsten und überraschendsten Erkenntnisse aus einer Langzeitbeobachtung von Darmkrebspatienten, deren Ergebnisse an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zusammenlaufen.

In mehr als zehn Jahren wurden Daten von über 60.000 Patienten erfasst, die in 300 Krankenhäusern in ganz Deutschland therapiert wurden. „Uns interessiert, wie sie behandelt wurden, welche Behandlung ihnen am meisten genutzt hat und wie es ihnen heute geht“, erklärt der Direktor der Magdeburger Uni-Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Hans Lippert. „Aus den Daten werden Empfehlungen für die Behandlung von Krebspatienten entwickelt.“

Die Erkenntnis, dass die schonende minimal-invasive Operation nicht unbedingt erste Wahl ist, hat den Chirurgen überrascht. Bei den immer beliebter werdenden Eingriffen bedienen sich Chirurgen eines Laparoskops, das durch winzige Schnitte in Haut oder Weichteile eingeführt wird. Große Operationsnarben bleiben dem Patienten erspart, er erholt sich wesentlich schneller. Nachteil: Bei Tumoroperationen fangen Chirurgen mitunter mit der Schlüssellochmethode an. Wenn während der OP Probleme auftreten, muss der Bauchraum mit einem großen Schnitt geöffnet werden. „Geschieht das zu spät, haben die Patienten, bei denen der Glossary Link Krebs meist im Frühstadium ist, schlechtere Fünf-Jahres-Überlebenschancen“, resümiert der Experte. Wenn es nicht gelinge, den Glossary Link Tumor unverletzt zu entfernen, könne es zum Ausstreuen des Krebses kommen. Am Magdeburger Uniklinikum haben die Chirurgen um Lippert sich von jeher im Zweifelsfall für die sichere Operation entschieden. „Die moderne Variante wird nur dann eingesetzt, wenn sie von Anfang bis Ende durchgeführt werden kann“, sagt der Professor.

Die Qualitätskriterien, die anhand der Langzeitstudie erarbeitet werden, werden den Operateuren in Deutschland und anderen europäischen Ländern zugänglich gemacht. Ziel der Kooperation ist eine Harmonisierung der Qualitätskriterien auf europäischer Ebene. Deutschland steht im europäischen Vergleich bei der Krebsbehandlung gut da. Ein Problem sei jedoch die Kommunikation untereinander. „Es gibt kein einheitliches vollständiges Krebsregister wie in Skandinavien, und es nehmen nicht alle Kliniken an den Qualitätsstudien teil“, bedauert Lippert. In einem Krebsregister wird jeder Tumor klassifiziert, Probleme können so erkannt werden. Wenn etwa in einer Region viele Patienten erst mit einer Erkrankung im Spätstadium behandelt werden, kann man daraus ableiten, dass mehr auf Vorsorge zu setzen ist. Ein Krebsregister offenbart aber auch, dass eine Standardbehandlung von Mastdarmkrebs mit Strahlen- oder Glossary Link Chemotherapie nicht überall möglich ist.

Seit Beginn der Pilotstudie in den 1990er-Jahren hat sich die Qualität von Operationen kontinuierlich verbessert. Immer weniger Patienten müssen dauerhaft mit einem künstlichen Darmausgang leben. Komplikationen werden öfter vermieden und Zusatzbehandlungen wie Strahlen- oder Chemotherapie zielgerichteter eingesetzt. „Wir würden diese Daten gern mit anderen Krebsregistern abgleichen, um zu sehen, wo wir noch mehr verbessern können“, sagt Lippert. „Das Entscheidende ist, dass wir den Krebs möglichst früh erkennen und so behandeln, dass es möglichst wenig Komplikationen gibt und der Patient seine Krankheit nach der Behandlung vergessen und ein normales Leben führen kann.“

Quelle: Associated Press

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Aktualisiert (Mittwoch, den 16. Oktober 2013 um 08:12 Uhr)

 

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